In der letzten Woche erregte der Fall des zurückgetretenen Berliner Justizsenators und Notars Braun Aufsehen. Dieser stolperte über den Vorwurf beim Verkauf von “Schrottimmobilien” mitgewirkt zu haben. Bei den fragwürdigen Immobiliengeschäften hat er möglicherweise seine Aufklärungspflicht als Notar verletzt.
…Notare die zu einer Denkpause raten, verprellen die Anleger, die sich die in Hochglanzprospekten versprochene Steuerersparnis erhoffen. Stellt sich jedoch bei diesen Schnellschussbeurkundungen später heraus, dass das Anlagemodell eine Schrottimmobilie war und nur Verluste erbracht hat, ist alles viel zu schnell gegangen. Dies ist aus der Praxis der so genannten Bauherren- und sonstigen Anlegermodelle, mit denen gewiefte Immobilienspekulanten “Ladenhüter” abstoßen wollen, hinlänglich bekannt.
…”Nummern-Notare”, die sehr viele Urkunden produzieren, leben von einem solchen Geschäftsgebaren nicht nur gut, sondern genießen im eigenen Berufsstand Ansehen. Dies ist vor allem in Ländern, in denen Berufsanfänger nur ein kleines Landamt mit entsprechend geringen Einnahmen erhalten, bedeutsam. Sie können sich erst später in die Großstadt auf ein lukratives Amt bewerben. Nehmen sie ihre Amtspflicht besonders ernst, haben sie bei ihrem beruflichen Fortkommen schlechtere Chancen. Kollegen wollen nämlich lieber einen “erfolgreichen” Sozius, der das gemeinsame Einkommen erhöht.
Von Privatdetektiven und Mitternachtsnotaren
22. Dezember 2011









